Unser Vereinsmitglied Jörn plant, nächstes Jahr mit nach Ruanda zu fahren, um seine Freunde zu besuchen. Nachstehend seine Gedanken zur Reise:

Bald ist es hoffentlich wieder soweit und es geht nach Ruanda, in das kleine Dorf Ruli! Unsere nächste Reise ist geplant für Juli 2020, die Vorbereitungen laufen langsam an.

Nach 11 Jahren kann ich mich wieder zu den Glücklichen zählen und mit Freunden Freunde besuchen.

2009 war ich das erste und bisher letzte Mal in Ruli. Damals war ich mit Werner Eyßer und seiner Frau Angelika sowie zwei weiteren Schülern aus dem Ruanda-Projekt dort. Und das war eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte und jedem nur wünschen kann.

Nach der Ankunft am Flughafen ging es mit dem Auto über staubbedeckte Straßen, die mit Schlaglöchern übersäht waren, zunächst entlang des Niabarongo und dann immer weiter in die Berge. Zwischendurch musste man immer wieder über schmale Brücken fahren, aber all diese Probleme stellten Werner vor keine Herausforderung, da er die Strecke wie seine Westentasche kennt.

Sobald wir in Ruli ankamen, sprach sich schnell rum, dass die „Weißen“ wieder da seien und viele Menschen (vor allem Kinder) kamen angelaufen und umringten das Auto.

Unsere Unterkünfte waren einfach – aber ausreichend und sehr sauber. Jeder hatte sein eigenes Bett und das Badezimmer erfüllte quasi deutsche Standards. Man musste sich nur daran gewöhnen, dass es ab und zu kein fließendes Wasser gab und ein Wasserkanister Abhilfe leisten musste. Der Aufenthaltsraum, in dem wir gemeinsam aßen, hatte sogar einen Fernseher, auf dem die aktuellsten Musikvideos abgespielt wurden. Was natürlich dort auch nicht fehlen durfte, war ein Poster der deutschen Nationalmannschaft mit Arne Friedrich, der das Ikiraro Projekt als ehemaliger Schüler der deutschen Partnerschule auch unterstützte.

Salvator, unser Ansprechpartner in Ruli, sowie Patrick zeigten uns sofort das Dorf und die Umgebung. So kam es auch schon schnell zur ersten Beteiligung an einem Fußballspiel, bei dem wir zufällig auf einem unserer zahlreichen Spaziergänge vorbeikamen. Für die Einheimischen war das natürlich ein ganz besonderes Erlebnis. Der „Muzungu“ spielt einfach mit Fußball…. Auch für mich war das ein Erlebnis der besonderen Art.

Etwas ganz Neues war auch der Besuch in der Schule. Zunächst wurden uns die Schule und alle Veränderungen seit dem letzten Aufenthalt gezeigt. Danach ging es in die Aula, wo alle Schüler versammelt waren und uns mit Pauken, Tanz und Gesang empfingen. Jeder von uns bekam einen Ball geschenkt, den wir natürlich sofort vor der gesamten Schule ausprobieren mussten – und ich so mit meinen Mitschülern Sascha und Pascal vor hunderten ruandischen Schülern Fußball spielte. Das wurde mit tosendem Applaus von der Menge bejubelt. Der Wahnsinn!

Zwei weitere Highlights während unserer Zeit in Ruanda waren der Besuch des Akagera Nationalparks und ein Besuch am Kivusee. Zwei Orte, die man selbst gesehen haben muss! Auf diesen Ausflügen hatte ich das Glück, mir jedes Mal ein Zimmer mit Salvator zu teilen, der uns immer begleitet hat. Das hat zu vielen schönen Gesprächen und einer noch engeren Freundschaft geführt. Voller Stolz zeigte mir Salvator auch sein neues Haus, welches er für sich und seine Familie baute.

Zum Schluss unserer Reise fand noch ein großes Fußballturnier mit einem kleinen Fest am Abend statt. Wir hatten aus Deutschland einen kompletten Satz Trikots mitgebracht, mit dem das Ruli-Team ausgestattet wurde. Ich habe das Team auch versucht zu unterstützen, doch als Amateurkicker und bei der Höhenluft war ich froh, dass die ganze Zeit gewechselt werden konnte. Für den Sieg hat es dann leider nicht gereicht, doch der Spaß stand hier natürlich wieder im Vordergrund – und der kam auf keinen Fall zu kurz.

 

Ich kann also nur jedem, der sich für das Land, unsere Projekte in Ruli und die Menschen dort interessiert und näher kennen lernen möchte, empfehlen, einmal das Land Ruanda und das kleine Dorf Ruli selbst zu besuchen und sich beeindrucken zu lassen.

Um all diese tollen Erfahrungen wieder aufzufrischen, kann ich es kaum abwarten, wieder nach Ruli zu reisen, meine Freunde dort zu treffen und mir die neuesten Fortschritte vor Ort anzuschauen.