Auch am Ende der Sekundarschule steht in Ruanda ein Nationales Examen, das für die besten Schüler die Zugangsqualifikation für die staatlichen Universitäten in Huye (früher Butare) und Kigali darstellt.

Viele Schülerinnen und Schüler schneiden ebenfalls gut ab, schaffen aber den Zugang trotzdem nicht und sind dann auf den Besuch einer privaten Universität angewiesen.

Ohne einen Universitätsabschluss haben junge Leute in Ruanda z.Zt. keine Chance, einen qualifizierten Beruf zu bekommen, z.B. im Gesundheitswesen oder im Handel.

Bisher war der Besuch der staatlichen Universitäten frei, Kosten fielen nur für die Verpflegung sowie Praktika o.ä. an. Neuerdings muss aber auch dort eine Studiengebühr gezahlt werden.

Ein Jahr an einer privaten Universität kostet zur Zeit inklusive Unterkunft und Verpflegung um die 1500 €. Daran scheitert für sehr viele gute Absolventen der Sekundarschule ein Studium.

Seit einigen Jahren unterstützen wir Studenten, die ohne uns keine Chance auf ein Studium hätten..

Junge Leute, die wir kennen und von denen wir überzeugt sind.

Erfolgreich!

Fünf haben inzwischen ihr Studium abgeschlossen.

Jetzt helfen wir noch weiteren fünf Studenten.

Zwei beginnen gerade.


Ernest absolvierte 2007 sein Examen in Psychologie an der staatlichen Universität Huye (Butare).

Zuerst fand er keine Arbeit, da er aber für sich selbst und seine Geschwister sorgen musste, unterstützten wir ihn mit einem Kredit für ein kleines Inernetcafe in Kigali.

Das Projekt lief so erfolgreich, dass Ernest den Kredit wie vereinbart in diesem Jahr zurückzahlen kann.

Inzwischen hat der Kleinunternehmer einen Arbeitsplatz gefunden.

Er ist Projektmanager der ruandischen Hilfsorganisation FACT RWANDA.

 

 

Theoneste hat ebenfalls an der Universität Huye sein Examen in Chemie mit Auszeichnung bestanden.

Er wartet jetzt auf einen Platz in einem Master-Studiengang im Ausland, arbeitet bis dahin als Lehrer in einer Sekundarschule.

Theoneste spricht sieben Sprachen, sein wirklich hervorragendes Deutsch hat er sich allein nur mit Hilfe von zwei Büchern beigebracht.

Im Moment lernt Theoneste seine achte Sprache, Chinesisch, weil er sich gute Chancen auf einen Master-Studienplatz in China ausrechnet.

„Chinesisch sprechen ist ganz einfach, schreiben schwieriger.“

 

 

Delphine beendete im Dezember 2008 ihr Studium an einer privaten Universität in Kigali.

Sie ist jetzt diplomierte Radiologie-Technikerin.

2009 verbrachte sie auf Einladung von Familie Engel einige Wochen in Minden, wo sie auch zwei Praktika in radiologischen Praxen absolvierte.

Vielleicht wird sie sich ab diesem Jahr in Südafrika oder Deutschland weiter qualifizieren.

 

 

Savatore bestand im November 2009 sein Examen im Studiengang Entwicklung (Development) an der katholischen Universität Gitarama mit hervorragenden Noten.

Seit längerem übernimmt er viele Organisations-Aufgaben für uns, weil er dem Projekt, das ihm das Studium ermöglicht hat, etwas wiedergeben möchte

Zur Zeit baut er für den Mndener Architekten Thomas Engel, der sich mit uns ebenfalls in Ruanda engagiert, ein Büro für Entwicklung auf.

Durch dieses Büro wird ein Masterplan für Ruli erstellt.

 

 

Bingo, eigentlich Clément René, studierte auch in Huye und erreichte einen hervorragenden Abschluss in Telekommunikation.

Schon kurz danach bekam er ein Stipendium für das Masterstudium in Kanada.

Er lernt jetzt schon seit über einem Jahr in der Nähe von Montreal.

In Kanada traf er auch seine Eltern, die er seit den Wirren in den Flüchtlingslagern nach dem Völkermord nicht mehr gesehen hatte.

Bingo hat Heimweh nach Ruanda, chattet und telefoniert viel mit seinen Freunden dort.

Vielleicht kommt er in diesem Sommer nach Ruanda, er möchte auch uns dort treffen.

 

 

Peter strebt in diesem Jahr sein Examen in „Business“ in Kigali an.

Er arbeitet aber auch als Lehrer an einer Primarschule in Kigali, die wir im letzten Jahr besucht haben.

Vielleicht ist Peter ein besserer Lehrer als Geschäftsmann. Aber das lässt sich ja auch verbinden…

 

 

 

 

Edouard hat es in den kühlen Norden Ruandas verschlagen, nach Ruhengeri am Fuß der Virunga-Vulkane.

Dort studiert er seit einem Jahr Biochemie. Er ist zum Sprecher seines Jahrgangs gewählt (bestimmt?) worden.

 

 

 

Alexandre war der Abwehrchef der Fußballmannschaft von Ruli.

Für den Fußball hat er keine Zeit mehr. Er studiert seit 2009 am Wochenende in Kibungo Management.

Das ist knallhart. Von Montag bis Freitag arbeitet Alexandre als Sekretär für die Kirchengemeinde Ruli, am Wochende dann das Studium.

 

 

Für Eleziel und Régis finanzierten wir den Besuch der Sekundarschule.

Toll: Beide haben ein so gutes Nationales Examen erreicht, dass sie einen Platz an der staatlichen Universität in Huye geschafft haben.

Régis wird Mathematik und Physik studieren.

Eleziel wurde für seinen zweiten Wunsch Politik eingeteilt.

Wir sollten die beiden weiter unterstützen, denn es kommen trotz des freien Studiums einige Kosten auf die Jungen zu, die sie nicht tragen können.