Seit unserem ersten Besuch in Ruanda 1995 unterstützen wir die Nähstube, die eine Frauengruppe damals gründen wollte.

Wir halfen dabei, geeignete Räume direkt an der Hauptstraße zu mieten.
Ausgediente, aber noch funktionierende Nähmaschinen wurden aus Bad Oeynhausen nach Ruli geschickt. Aus Spendengeldern wurde die Grundausstattung an Stoffen und Garnen in Ruanda gekauft, um Schuluniformen herstellen zu können.

Inzwischen nähen die Frauen auch normale Kleidung für Jung und Alt. Zusätzlich werden Altkleider in Kigali erstanden, in der Nähstube überarbeitet und dann verkauft. Schon seit vielen Jahren trägt sich das Unternehmen selbst und die Frauen erwirtschaften einen Gewinn,

Die Nähmaschinen aus Bad Oeynhausen funktionieren immer noch richtig gut, sie wurden aber durch Maschinen aus chinesischer Produktion ergänzt, die in Ruanda sehr günstig gekauft werden können. Immer wenn wir in Ruli sind, besuchen wir die Nähstube – nicht nur einmal…

Es sind immer sehr interessante Gespräche. Dazu bringen wir natürlich noch Geschenke mit, wie vor drei Jahren einen großen Spiegel, der seitdem das Anprobieren sehr viel attraktiver macht.

Die Frauen bedanken sich auf ihre Weise. Sie nähen für uns passende Hemden und Hosen, wir haben aber
auch schon einmal ein lebendes Huhn mitnehmen müssen.

Mit dieser „Hilfe zur Selbsthilfe“ haben wir dazu beigetragen, lohnende Arbeitsplätze für sieben tüchtige Frauen zu schaffen.


Stand während unseres Besuchs in Ruli Juli 2008

Die Nähstube arbeitet weiterhin erfolgreich, aber es hat auch Probleme gegeben.

Die Konkurrenz in Ruli ist inzwischen groß, jedoch kann „unsere“ Nähstube gut mithalten.

Auch ohne Geschenke.

Das Geschäft läuft.

Wir trafen 6 „Auszubildende“, die dafür bezahlen müssen, dass sie in kurzer Zeit Nähen lernen.

Jetzt werden dort auch mehrere ehemalige Soldaten ausgebildet, die nach ihrem Einsatz (im Kongo?) in das zivile Leben eingegliedert werden sollen. Das Ausbildungsgeld zahlt das Verteidigungsministerium.

Ärger gab es innerhalb der Frauengruppe. Schon im vergangenen Jahr bekamen wir das mit. Eine Frau musste die Gruppe deshalb verlassen. Wir haben mit vielen darüber gesprochen, aber die Trennung war wohl vernünftig, obwohl die Frau von Anfang an dabei war. Mit Hilfe des Polizeichefs wurde auch finanziell eine saubere Lösung gefunden, mit der alle leben können.

Juli/August 2010

Es ist immer wieder eine große Freude, die Nähstube zu besuchen, eines unserer ersten Projekte, geplant schon 1995.

Die Frauen arbeiten, das Geschäft läuft.

Wir gaben den Frauen einige Aufträge, die sie mit Freude erfüllten. So werden wir auf dem Martinsmarkt im November auch handgefertigte Tischdecken aus afrikanischen Stoffen anbieten.