Mit Beginn des Schuljahres 2009 gab es in Ruanda wichtige Veränderungen im Schulsystem – Informationen dazu später, denn unser erfolgreiches Schulgeldprojekt basiert auf dem alten System.

 

In Ruanda bestand die Pflicht zum Besuch der sechsjährigen Primarschule (Grundschule).

Nach offiziellen Angaben besuchen im Moment auch fast alle Kinder eines Jahrgangs die Primarschule, aus unterschiedlichen Gründen trotzdem leider immer noch nicht alle.

Am Ende des sechsten Schuljahres wurde ein Nationales Examen abgelegt.

Nur die allerbesten Absolventen dieser zentral gestellten und korrigierten Prüfung erhielten die Möglichkeit, gegen gar kein oder ein geringes Schulgeld eine der wenigen staatlichen sechsjährigen Sekundarschulen zu besuchen.

Daneben entstanden viele nichtstaatliche private Sekundarschulen, die oft von der Kirche und/oder Elterngruppen getragen werden.

Diese Schulen müssen sich selbst finanzieren und verlangen deshalb Schulgeld.
Das können aber viele fleißige und gute Schülerinnen und Schüler, die den Zugang zur staatlichen Schule nur knapp verpasst haben, nicht bezahlen und bleiben so von der weiterführenden Bildung ausgeschlossen.

Hier setzten wir vor Jahren mit unserem Schulgeldprojekt an.

Wir bezahlen Schülerinnen und Schülern das Geld zum Besuch einer Sekundarschule.

Diese Jugendlichen sind nach ihren Fähigkeiten und Neigungen auf viele Schulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Ausstattungen in ganz Ruanda verteilt, davon besucht etwa ein Viertel die APEM-Sekundarschule in Ruli.

Die Sekundarschulen sind in Internatsform organisiert, die Schüler essen und wohnen in der Schule. Das unter ganz einfachen Bedingungen, die sich Schüler in Deutschland gar nicht vorstellen können.

Sie kommen nur in den Ferien zwischen den Trimestern nach Hause. „Nach Hause“ ist für viele unserer Schützlinge das Waisenhaus in Ruli.

Bei der Auswahl der von uns unterstützten Jugendlichen, die wir zum Teil schon lange kennen, arbeiten wir in Ruli mit den Priestern der Gemeinde und den spanischen Dominikaner-Schwestern zusammen, die das Waisenhaus und das Sozialbüro leiten.

So finanzierten wir 2007 den Schulbesuch für insgesamt 53 Jugendliche in unterschiedlichen Klassenstufen.
Jetzt, im September 2009, sind es noch 34 Schülerinnen und Schüler, 19 haben inzwischen ihr Nationales Examen absolviert.
Viele mit gutem Erfolg, weit vorn, denn in Ruanda wird auf dem Zeugnis die Platzierung in der Klasse festgehalten.
Ein guter Freund schaffte es aber leider nicht.
In diesem Jahr werden weitere 15 ihre Sekundarschulzeit hoffentlich erfolgreich beenden.
Anstelle der Absolventen können wir im Moment leider keine neuen Schüler in unser Schulgeldprojekt aufnehmen.
Die Preise, vor allem für Lebensmittel, steigen in Ruanda erheblich.
Das wirkt sich natürlich auf die Kosten der privaten Sekundarschulen aus.
Warben wir vor wenigen Jahren noch damit, dass wir mit 10 € im Monat einem Schüler die Sekundarschule finanzieren können, also 120 € im Jahr, bezahlen wir 2009 durchschnittlich 190 € für einen Schüler.
Veränderungen im Schulsystem 2009
Seit diesem Jahr müssen die Kinder in Ruanda die Primarschule 9 Jahre besuchen – ein großer Fortschritt! Dann kommt die nur noch dreijährige Sekundarschule.
Unterrichtssprache ist jetzt Englisch.
Nationales Examen 2009
Langsam treffen die Ergebnisse des Nationalen Examens ein.
Augustin (Foto oben) hat seine Prüfungen bestanden, weiß aber noch nicht, ob er einen Platz auf einer staatlichen Uni erhält, da die dafür notwendige Punktzahl noch nicht veröffentlicht worden ist.
Jean de Dieu hat mit einer sehr hohen Punktzahl abgeschlossen und ist sicher, einen der begehrten Plätze erreicht zu haben.

 

Auch Jean de Dieu